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Raz Ohara & The Odd Orchstra

Alexander Vieß, 7. Januar 2008 - 17:46

Veröffentlicht am:
16.01.2008
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Romantik ist in. Spätestens seit Rüdiger Safranskis Buch »Romantik – Eine deutsche Affäre« ist sie wieder zum vieldiskutierten Thema geworden. Die schöne Literatur hat zwar längst aufgegeben uns mit romantischen Topoi zu behelligen. Wer möchte schon einen auf modern getrimmten Eichendorff lesen, gar einen aktualisierten Novalis? Längst ist aber die Musik eingesprungen und versorgt nicht nur die bundesdeutschen Traumtänzer mit Songwriter-Elektronica und herzschmerzender Ich-Bezogenheit.

»Die Romantik ist eine Epoche. Das Romantische eine Geisteshaltung, die nicht auf eine Epoche beschränkt ist«, erklärt Safranski in seinem Buch und man mag hinzufügen: Und nicht auf eine Kunstgattung! Spätestens seit dem Erfolg der New-Folk-Bewegung hat das Irrationale, Träumerische wieder Konjunktur und wird so ins kalte Jetzt gerettet ohne dass gleich der Kitsch-Vorwurf erhoben werden müsste. Rufus Wainwright gar setzt der Romantik soviel Zuckerguß auf, das man verzweifelt nach der Steigerung von Camp sucht. Zugegeben, neu ist das alles nicht. Aber Neuheit als Kriterium der Kritik war immer schon ein schlechter Ratgeber.

Raz Ohara, bürgerlich Patrick Rasmussen, dänischer Abstammung und seit mehr als zehn Jahren in Berlin ansäßig, hat seine ersten und bislang letzten Alben 1999 und 2001 veröffentlicht (beide auf Kitty-Yo). Eine lange Zeit, könnte man denken. Aber Ohara war nicht untätig. Im letzten Jahr war er als Gastsänger auf Apparats Platte »Walls« vertreten und tourte mir ihm um die Welt. Und auch davor konnte man ihn immer mal wieder auf Techno-EPs als Sänger wiederhören. Ohara wurde so fast zum Synonym für männlichen Gesang in deutschen Techno-Tracks.

Von Romantik kann Ohara ein Liedchen singen. Und das tut er auch. Auf dem in zwei Wochen erscheinenden Album »Raz Ohara & The Odd Orchestra« webt er zusammen mit Oliver Doerell einen purpurnen Traum aus klingender Zuckerwatte. Mittels Geigen und Glöckchen, ein wenig dezenter Elektronik, akustischer Gitarren und Jazz-Schlagzeug, und vor allem Oharas Gesang wird man eingelullt in einen Teppich aus Klang. Oharas Gesang, zwischen den Polen Leiden und halbschiefem Crooning angesiedelt, bricht aber immer wieder wohltuend aus dem engen Korsett des Liebreizes aus, wirft hier mal einen schiefen Ton und da mal ein Räuspern ein.

Als Songwriter bewegt sich Ohara auf der Grenze zwischen Poesie und Kitsch und damit auf dünnem Eis. »Glotzt nicht so romantisch«, möchte man ihm mit Brecht manchmal zurufen. Aber nützt ja nichts! Keine Romantik ohne Sehnsucht, ohne das große Ich und den verlorenen anderen. Um den geht es dann auch textlich meist auf diesem Album. Es menschelt. Das hier ist Emo für Leute, die keine Gitarren mögen.

Und ehrlich gesagt: Manchmal tut das ganz gut, das Vergessen und das Irrationale, das Dunkle und Ichbezogene, das Träumende und Suchende. Ein wenig Romantik sei uns erlaubt. Denn ein kleines wärmendes Feuer im kalten Winter muss noch keine tocotronische Kapitulation bedeuten.

Text: Alexander Vieß

Raz Ohara: MySpace
Labelseite

Monat:
2008/02
Label:
Get Physical Music
Artist:
Raz Ohara & The Odd Orchstra
Tracks:
  1. Happy Song
  2. Kisses
  3. One
  4. Fragment
  5. Agony
  6. The Case
  7. Where He At
  8. Counting Days
  9. Wondering
  10. Love For Mrs. Rhodes
  11. Set On You
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