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Roots & Crowns

Alexander Vieß, 19. June 2007 - 17:28

Veröffentlicht am:
27.10.2007
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Im amerikanischen Horrorfilm wohnt die Gefahr im Süden. Immer wieder wurden – und seit dem neuesten Horrorfilm-Hype rund um Filme wie »The Hills Have Eyes«, »Hostel« oder »Wolk Creek« auch: werden – die Bewohner der Backlands, des wüsten wie wüstigen Hinterlandes als gefährlich-wahnwitzige Unzivilisierte gezeichnet, die, in ihrer Einsamkeit durch invasierende Städter gestört, zu dem mutieren, was sie im Innersten sind: Tiere. Wir als domestizierte Städter finden dann Gefallen daran, wie unsereins möglichst blutig die Innereien herausgepopelt werden. Slurp. Dieses spezielle Subgenre des Horrors dämonisiert also zum einen das Ursprüngliche im Nicht-Zivilisierten, zum anderen aber gleichzeitig auch den städtischen Juppie in all seiner Arroganz. Erst aus diesem Widerspruch entspringt das, was uns so wohlig schaudern lässt.

Califone bedienen sich dieser Mythen ohne sie textlich direkt abzubilden. Sie stellen Althergebrachtes in Form von leicht verstimmten Vintage-Gitarrenslides neben Ultramodernes wie computergenerierten Noise und schaffen so eine Atmosphäre, wie sie unheimlicher und ambivalenter kaum sein könnte. »Roots & Crowns« wälzt sich dabei einmal quer durch die Geschichte uramerikanischer Musik und hinterlässt verbranntes Land. Blues, Americana, Folk werden zitiert und dennoch käme man nicht auf die Idee, dies eine Blues-, Americana- oder Folk-Platte zu nennen. Wenn The White Stripes den Rock und also die jugendliche Verweigerung im Blues hervorheben, so betonen Califone die Gegenseite, das Gebrochene und Melancholische des alten Mannes, der seine Seele an den Teufel verkauft hat.

So betrachtet tun sich auch Parallelen nach Deutschland auf: Ekkehard Ehlers »A Life Without Fear« aus diesem Frühjahr versuchte sich auch an einer modernen Interpretation des Blues-Genres, arbeitete dabei aber überwiegend mit elektronisch bearbeiteten Samples aus originalen Bluessongs, die er bis ins Unendliche loopte und die so das Skelett des Blues freilegten. Califone aber scheinen den Mythos und das Magische zu wollen. Gegen die dekonstruktive Herangehensweise Ehlers setzen sie eine konstrukti-verschleiernde, die die Unheimlichkeit betont. Gewißermaßen entziehen Califone dem Hörer damit die Möglichkeit zu abstrahieren und sich auf die betrachtende Position zurückzuziehen. Was bleibt, ist ein wohliges Schaudern.

Text: Alexander Vieß

Monat:
2006/46
Label:
Thrill Joc (rough trade)
Artist:
Califone
Tracks:
    Titelliste (und Anspieltipps):

  1. Pink & Sour
  2. Spider's House
  3. Sunday Noises
  4. The Eye You Lost In The Crusades
  5. A Chinese Actor
  6. Our Kitten Sees Ghosts
  7. Alice Crawley
  8. The Orchids
  9. Burned By The Christians
  10. Black Metal Valentine
  11. Rose-Petal-Ear
  12. 3Legged Animals
  13. If You Would
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