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In Zeiten in denen durchgestylte Teenies auf der Bühne stehen und ihren
Dudelfunk präsentieren freut man sich um so mehr, dass es noch hart
arbeitende Menschen gibt die wissen was Musik ist. Zu letzteren dürfen sich
die fünf Kölner von Circle Of Grin zählen. Ihre Musik ist eine Antwort auf
eine angepasste und langweilige Welt in der man Freundschaften schon per
Mausklick beenden kann. Von daher wohl kein Zufall, dass sie sich nicht so
recht in eine der schönen vorgefertigten Genreschubladen stecken lassen
wollen. Slam-Rock nennen sie das Produkt wuchtiger Riffs, plötzlicher
Tempowechsel, rockiger Gitarren-Soli, klarem bis kraftvollem Gesangs,
energischem Gebrülls und vor allem einer gehöriger Portion
Durchschlagskraft.
Nach dem von der Fachpresse bereits gelobten Debut "Same As It Never Was"
zeigen Circle Of Grin mit "The Beauty Of The Beast" erneut die Schönheit
härterer Töne auf. Hierzu bedienen sie sich ansprechender Melodien und
gekonntem Songwriting. Zart besaitetere Seelen seien jedoch gewarnt, hier
wird gerockt. Schon der erste Song versprüht genügend Energie einen aus dem
Sessel zu fegen und lädt zum Tanzen ein. Im darauf folgenden "To Overcome
The Gods" machen sich dann Metaleinflüsse bemerkbar die sich seit dem
Einstieg von Drummer Ben Overmann vermehrt haben. Mit "Discoboy" wagt man
sich zwei Schritte Richtung Pop. "Fun (is a one-way ticket to hell)"
erinnert uns daran, dass alles was Spaß macht im dicken großen Buch verboten
wird. "Get A Job" handelt vom Generationenkonflikt und beweist dass es nicht
immer Aufwendig sein muss einen cleveren Rocksong zu fertigen. Nachdem der
Vater seinen Unmut kund getan hat über seinen unnützen Sohn, folgt ein
Streitgespräch das in einem Solo von Gitarrist Deida mündet. Wer sich durch
die ersten elf Songs gerockt hat darf sich dann zum Schluss bei "Silouhette"
zurücklehnen. Diese Ballade fügt sich als weitere Facette in die gemischte
Tüte des Slam-Rocks. Hier kommt auch ein Cello zum Einsatz. Beim Rest
verzichtet man bewusst auf solche Zusätze, schließlich lebt man als
unbekanntere Band besonders von seiner Präsenz auf den Bühnen dieses Landes.
Jedem der sich also mal wieder durchrocken lassen möchte sei dieses Album
ans Herz gelegt und ein Auftritt erst recht. Live gehen Circle Of Grin voll
mit und lassen keinen Zweifel daran, dass sie mit voller Leidenschaft und
Energie ihre Musik spielen. Ein durchgesylter Auftritt wäre hier volkommen
zwecklos, spätestens nach dem ersten Song wäre es dahin.
Text: Christian Wittwer