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Wenn die britische Funk-Jazz-HipHop-Psychedelia-Electronica-Formation The Heliocentrics mit "Weltmusik"-Jazzern zusammen ins Studio geht, kommt Großes dabei zustande. Das war bereits auf dem famosen Album nachzuhören, das sie 2009 zusammen mit dem Äthiopier Mulatu Astatke aufgenommen haben. In diesem Jahr ist es Lloyd Miller, dem sie als kongeniale Partner dienen.
Der bereits 72 Jahre alte US-Amerikaner Miller besitzt nicht nur einen Doktor in ethnischer Musikwissenschaft, sondern hat sich bereits seit den 50ern mit persischer und orientalischer Musik beschäftigt. Damals ging sein Vater, ein Klarinettist, eines Jobs wegen in den Iran. Dorthin kehrte der Sohn nach über ganz Europa verstreuten Zusammenarbeiten mit bekannten Jazzmusikern Anfang der 70er zurück und führte jahrelang unter dem Namen Kurosh Ali Khan durch eine TV-Show. Neben der Sprache erlernte er vor allem eine ganze Reihe in der Region verbreiteter Instrumente, darunter den Oud, eine Kurzhalslaute.
Angesichts dieses Backgrounds ist es daher kein Wunder, dass "Lloyd Miller & The Heliocentrics" immer wieder stark orientalisch gefärbte oder aus noch weiter östlich liegenden Ländern stammende Klänge aufweist. Vertrauter für westliche Ohren sind Stücke wie "Nava" mit Klarinette und Piano. Ungewohnter aber sind die Flöten in "Electricone" oder das nervös-agile "Rain Dance", das direkt aus Indien importiert zu sein scheint. Wer die ebenfalls östlich inspirierte Musik Alice Coltranes bereits mochte, sollte hier definitv reinhören.
Text: Harald Jakobs