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How I Got Over

René Finken, 6. August 2010 - 23:18

Veröffentlicht am:
02.07.2010
How I Got Over

Ein Hip-Hop Urgestein und eine Late-Night Show? Klingt einwandfrei nach Ausverkauf. Oder doch einfach nur Neuigier? Egal was die Roots in das grelle Studiolicht gelockt hat: Geschadet hat es ihnen nicht.
Im Gegenteil. Statt öde jeden Abend ein paar Jingles rauszuhauen, haben die Roots sich bei den Studiogästen umgeschaut. Schnell noch ein paar Telefonnummern mitgenommen und alle mit auf's nächste Album eingeladen.

Und jetzt ist es da: "How I Got Over", der neunte Sprößling in der Geschichte der Roots. Die Liste der Gäste ist lang, und da bei Late Night Shows nicht nur Jungs aus der eigenen Reihe spielen, sind mit den Monsters of Folk und Joanna Newsom zwei Indie-Acts vertreten. Kann sich das vetragen?
Klar doch, geht alles. Die Roots spielen sich souverän durch eine knappe Dreiviertelstunde, vollgepackt mit souligen und jazzigen Anklängen, getragen von einem Schlagzeuger, gegen den jede Drum Machine klingt wie ein Gameboy mit leeren Batterien. Hier klingt nichts gezwungen, alles gewollt und – viel wichtiger – gekonnt!

Die Mischung zwischen Indie und Hip-Hop gelingt hervorragend, selbst die zerbrechliche Stimme Joanna Newsoms kommt daher als wäre sie hier zu Hause.
"The Fire" gefeatured von John Legend springt einem direkt in den Gehörgang und macht sich auch so schnell nicht wieder vom Acker. Das Intro hält sich sogar komplett vom Gesang fern und lässt erahnen, dass das hier nicht vom Rechner sondern von einer leibhaftigen Band eingespielt wurde.
Zum Abschluss brechen die Roots mit ihrem bis hierhin sehr entspannten Ton und werden mit "Web 20/20" und "Hustla" ein klein wenig elektronischer und aufgeregter.

Inspiriert durch eine Late-Night Show gerät das hier selber zur großen Show. Mit vielen Helfern auf der Bühne wird hier ein ganz dickes Brett vorgelegt. Von Ausverkauf keine Rede. Also: Helmut Zerlett, wir bitten!

Rezension: Max Schniedenharn

Monat:
2010/30
Label:
Def Jam
Artist:
The Roots
Tracks:
  1. A Peace of Light
  2. Walk Alone
  3. Dear God 2.0
  4. Radio Daze
  5. Now or Never
  6. How I Got Over
  7. DillaTUDE: The Flight of Titus
  8. The Day
  9. Right On
  10. Doin' it Again
  11. The Fire
  12. Tunnel Vision
  13. Web 20/20
  14. Hustla
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