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Maths + English

Jan Riepe, 26. Juni 2007 - 10:27

Veröffentlicht am:
08.06.2007
kw2507DizzeeCover.jpg
Mathe und Englisch erscheinen einem zunächst völlig konträr, bekannt aus der Schule und dort getrennt durch eine große Pause. Betrachtet man beides jedoch aus der musikalischen Perspektive, Mathe als Beats und Englisch als Worte und Sprache, fügen sie sich zu einem Ganzen zusammen. Sie bilden somit die beiden Elemente und Basis für Dizzee Rascals neues Album "Maths + English". Das UK-MC-Wunderkind meldet sich zurück mit einem neuen Album das zugleich begeistert und verwundert. Der düstere sperrige Sound, der das Debüt "Boy In Da Corner" beherrschte und so einzigartig gemacht hat, ist in den Hintergrund getreten. Der Nachfolger "Showtime" war schon ein Schritt heraus aus der Garage Szene in Richtung Hip Hop. Das nun dritte Album "Maths + Englisch" ist die folgerichtige Weiterentwicklung des noch jungen Dylan Mills, einer der talentiertesten britischen MC´s. Aufgewachsen in East London und stark geprägt durch das soziale Umfeld begann er früh mit der Roll Deep Crew in der Garage und Hip Hop Szene aktiv zu werden. Ihr elektronischer, trockener und basslastiger Hip Hop wurde dann als Grime betitelt und maßgeblich von Dizzee Rascal und Wiley geprägt. Sein Debüt "Boy In Da Corner" schlug im Jahr 2003 wie eine Bombe in der britischen Musikszene ein und ist im Grime Bereich das Maß der Dinge. Dizzee Rascal erhielt darauf folgend mit jungen 19 Jahren den Mercury Music Prize als erster Hip Hop Künstler
Der Sound auf dem neuen Album ist facettenreich und immer für eine Überraschung gut. Neben den gewohnten knarzigen und rumpelnden Songs ist Platz für vielfältige Einflüsse: Orientalische Percussion, schwere Gitarrenriffs und scheppernde Drums hört man genauso wie catchy Melodien und Old School ("let´s take it back to that old school storytellin´ s**t") bei einer durchgehend hochwertigen Produktion. Der Hip Hop und Old School Einfluss ist deutlich, wie bei der ersten Singleauskopplung Sirens. Der Song ruft Erinnerungen wach an den "Sound Of The Police" von KRS-One und die Rap/Rock Kollaboration von Public Enemy und Anthrax Anfang der Neunziger Jahre. Aber besonders der partytaugliche Drum ´n Bass Song "Da Feelin´", der von Shy FX produziert wurde, präsentiert dann eine sonnige melodische Seite die man so vorher nicht gehört hat. Hier war zunächst Joss Stone für den Refrain vorgesehen, das hörte sich Mr. Mills dann jedoch etwas zu catchy an. Die Kollaboration mit den letztjährigen britischen Newcomern Lilly Allen und Alex Turner (Arctic Monkeys) beweist dann doch noch, dass Dizzee Rascal sich mit diesem Album für Pop Musik offen zeigt und sich aus der Grime-Ecke wegbewegt. Die Texte bleiben jedoch so direkt und kompromisslos wie man es von ihm gewohnt ist, und seine Reimtechnik lässt einen staunend zurück. Nicht jeder wird diesen Weg mitgehen wollen, denn das Album könnte polarisieren und die Erwartungen sind groß. Für Stillstand scheint er jedoch zu jung und energiegeladen, und gerade deshalb beweist Dizzee Rascal vier Jahre nach seinem Debüt auf seinem dritten Album "Maths + English" eine bemerkenswerte Vielseitigkeit und Weiterentwicklung auf hohem Niveau.
 
Text: René Faßbender
Monat:
2007/25
Label:
XL Recordings
Artist:
Dizzee Rascal
Tracks:

Titelliste (mit Anspieltips)

  1. World Outside
  2. Sirens
  3. Where's Da G's feat. Bun B and Pimp C
  4. Paranoid
  5. Suck My Dick
  6. Flex
  7. Da Feelin'
  8. Bubbles
  9. Excuse Me Please
  10. Hard Back (Industry)
  11. Temptation feat. Alex Turner
  12. Wanna Be feat. Lilly Allen
  13. You Can't Tell Me Nuffin'
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