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Bravo Hits, Kuschelrock, Formel Eins und wie immer sie heißen mögen, in Zeiten vor Web 2.0 wahrscheinlich die gemütlichste, kostengünstigste und für viele die auch die einzige Methode an viele Hits aus den Charts zu kommen: Eine Hassliebe. Hatte man doch damals seinen Spaß mit diesen Samplern, sind sie einem heute meistens nur noch peinlich. Doch alles andere als peinlich ist das dritte Album von Dub Spencer & Trance Hill mit dem Titel „Riding Strange Horses“.
Bei dieser Platte handelt es sich zwar um ein reines Coveralbum, dennoch ist dieser Versuch einer reinen Dub Interpretation zuerst gewagt und alleine deshalb schon zu loben, aber vor allem aber auch gelungen. Wenn man sich die Trackliste ansieht, fallen einem schon einige Lieder auf, die einem wohl vertraut sind und bei denen man das weite suchen möchte wie „Mama“ von Genesis, „Enter Sandman“ von Metallica oder Falcos „Jeanny“, aber auch echte Klassiker wie z.B. Morricones „Man with A Harmonica“. Doch die Versionen von Dub Spencer und Trance Hill unterscheiden sich: Sie klingen frisch, sie klingen erwachsen und vor allem, sie klingen brandneu. Besteht die Problematik einer Coverversion darin, dass in vielen Fällen ein Klon entschlüpft mit mehr oder weniger neuen Instrumentation, greifen Dub Spencer & Trance Hill nur die charakteristischen Merkmale auf und bauen diese mit viel Gefühl und Respekt in ihre Hommagen ein ohne diese Lieder zu zelebrieren. Dies mag zwar befremdlich und chaotisch klingen, haut aber mit seinem fetten Bass den letzten Blumentopf vom Fenstersims runter und zaubert Popmusikbewanderten der alten Schule ein Lächeln aufs Gesicht wie bei Kindern auf ihrem Schaukelpferd. Vielleicht auch deshalb des Titel: „Riding Strange Horses“.