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Zum Jahresende erscheinen nur noch Best-Ofs. Das ist schön, weil die mit vollem Magen an Weihnachtsabenden großen Hörkomfort bieten. Viel schreiben muss man darüber aber sonst nicht - das bietet am Jahresende auch nicht so viel Lesekomfort. Eine probate Alternative bietet da die kurze Rekapitulation dessen, was bislang so passiert ist. Da das zum Jahresende überall passiert - weil sonst nichts passiert - halten wir stattdessen fest, was wir bislang noch verpasst haben.
In den vergessenen Platten des Jahres, solchen, die an unserer Rubrik Platte der Woche vorbeigingen, finden sich große Indie-Hits, DJ-Geschichten, zeitlose Schnulzen und Bruce Willis mit Zeitlosem aus dem Jahr 1987. Es war eben ein komisches Jahr, dieses 2009.
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The Temper Trap – Conditions
Rezension sollte noch folgen
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(Matthias Dechent)
White Lies – To Lose My Life
Mit ihrem düster anmutendem Erstlingswerk gehören die jungen Briten von White Lies definitiv zu den Newcomern des Jahres. Kühle Synthesizer Klänge und die unverkennbare Stimme des Sängers Harry McVeigh dominieren das Album und legen den, vielleicht etwas zu oft bemühten, Vergleich mit Bands wie Joy Division oder den Editors nahe. Doch White Lies haben es geschafft, ein eigenständiges Werk zu schaffen, das keinen Vergleich scheuen muss und ihn doch nicht sucht.
(Lennart Rehren)
Mittekill – You Are Home
Mittekill sind die neuen Berliner Elektro Willi und Sohn. Nicht nur, weil You Are Home auf deren Label modul8 erschienen ist, sondern auch wegen den Texten. "Ist das Wasser oder Wodka? Ich bin druff wie tausend Rocker", oder "Es ist so wie es ist, der Herbst ist nur der dunkle Frühling". Und wegen der Musik. Minimal-fiepsig, beat-betont und mit Fetzen aus dem Tetris-Soundtrack. Wobei Beat gleichermaßen in allen Facetten zu verstehen ist wie Kirmes - bei Mittekill stehen Hedonismus und Melancholie eng zusammen und kennen einander gut. Ganzheitliche Menschen, die halt in Dönerbuden rumstehen und das auch so ganz okay finden.
(René Finken)
The Prodigy – Invaders Must Die
The Prodigy meldeten sich dieses Jahr zurück mit ihrem fünften Studioalbum. Nach dem enttäuschendem Album „Always Outnumbered, Never Outgunned“, welches von der Presse als eine Sammlung von Beats und Geräuschen verlacht wurde und Fans langweilte, besann sich Liam Howlett auf die Stärken von „The Fat of the Land“ und holte wieder Keith Flint und Maxim Reality an Bord mit denen er seine kommerziell erfolgreichsten Tracks „Smack my Bitch up“, „Breathe“ und „Firestarter“ produzierte. Und so in etwa klingt diese Platte: Es wurde kaum etwas an der Formel von „The Fat of the Land“ (Album #3) verändert: Breakbeats, markdurchdringender Bass, bizarre Outfits, Böse Menschen.
Musikalisch geht The Prodigy bewusst keinen Schritt vorwärts, eher sogar einen Schritt zurück, war es doch nötig um sich mit den Fans wieder zu versöhnen und musikalisch zu überleben. Für die Junggebliebenen der 90er ist diese Platte ein muss, verrät doch der Name, dass neue Einflüsse draußen bleiben müssen: „Invaders Must Die“!
(Alper Kurtoglu)
Nek – Un'altra Direzione
Rezension sollte noch folgen
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(Matthias Dechent)
Bruce Willis – The Return of Bruno
Wer den Namen Bruce Willis hört, der denkt an „Stirb Langsam“, „Stirb Langsam 2“ „Yippie-Ki-Yeah, Schweinebacke“ und andere Filme in denen er John McClane oder Derivate verkörpert. Doch fällt jemandem dabei „The Return of Bruno“ ein? Erstaunlicherweise ist diese Platte vielen Junggebliebenen ein Begriff. (Anmerkung: R&B steht hier für Rhythm & Blues und sollte nicht mit dem heutigen R&B verwechselt werden, welcher für Contemporary R&B steht und im Namen des mächtigen $$$ Menschen mit Schmalz füllt).
Januar 1987: Bruce Willis spielt in einer Serie namens „Das Model und der Schnüffler“ eine Hauptrolle und bis Stirb Langsam im Kino anläuft, dauert es noch ein Jahr. Weltruhm? Kaum einer außerhalb der Vereinigten Staaten kennt diese Serie. Und was machen Seriendarsteller wenn sie es zu ein bisschen Fernsehruhm schaffen? Eine Platte aufnehmen (Wer hätte das gedacht!?).
Hüpfen doch die Jeanettes, Yvonnes, Britneys und Justins ziemlich hirnlos durchs Bild, widmete sich Bruce Willis Klassikern wie „Respect your Self“ von den Staple Singers, „Young Blood“ von The Coasters und „Secret Agent Man", und das mit Respekt gegenüber den Originalen. Es versucht niemanden etwas zu beweisen in dem er Synthesizer einbauen lässt und rumtrötet wie einige schmutzzige (dirrty) Sängerinnen. Und während eine Jeanette kläglich quietschend versucht sich mit Hommagen an Heavy Metal anzubiedern oder ein William Shatner seine Songs einfach nur spricht (!), singt ein Bruce Willis mit einer überraschend angenehmen bluesigen aber trotzdem weißen Stimme, die jeden Ton trifft zu Zeiten wo „Auto-Tune“ wahrscheinlich für Karre Pimpen stand. Zu erwähnen sei euch, dass Willis ein Lied dieser Platte selber schrieb und ihn Legenden wie Booker T. Jones, Ruth Pointer und The Temptations begleiten.
Ein legendäres „White Album“ ist diese Platte nicht, dagegen spricht alleine die Tatsache, dass es nicht zum Zwecke der Kunst, sondern zum Zwecke der Moneten aufgenommen wurde. Dafür macht das Album enorm Laune und ist schon für 3€ (!!!) im Internet zu erwerben.
(Alper Kurtoglu)